Energieeffizienz und Gebäudetechnik verständlich erklärt. Hier finden Sie wichtige Begriffe und Kennzahlen aus Energie, Gebäudetechnik und Förderung sowie praktische Rechner für eine erste Orientierung.

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HEIZUNG & ENERGIE

Jahresnutzungsgrad

Der Jahresnutzungsgrad zeigt, welcher Anteil der eingesetzten Energie über ein Jahr tatsächlich als nutzbare Wärme zur Verfügung steht.

Was bedeutet das?

Eine Gasheizung wandelt nicht die gesamte eingesetzte Energie in nutzbare Wärme um. Ein Teil geht beispielsweise durch Abgas-, Bereitschafts- und Betriebsverluste verloren. Der Jahresnutzungsgrad betrachtet diese Effizienz über einen längeren Zeitraum.

Beispiel 100.000 kWh Gasverbrauch × 85 % Jahresnutzungsgrad = 85.000 kWh Nutzwärme

Warum ist der Wert wichtig?

Der Gasverbrauch eines Gebäudes entspricht nicht automatisch seinem Wärmebedarf. Wer beispielsweise eine bestehende Gasheizung mit einer Wärmepumpe vergleichen möchte, sollte diesen Unterschied berücksichtigen.

Jahresnutzungsgrad selbst berechnen

Für eine belastbare Berechnung benötigen Sie den Gasverbrauch und die gemessene Nutzwärme für denselben Zeitraum. Die Nutzwärme kann beispielsweise über einen Wärmemengenzähler erfasst werden.

kWh
kWh
Cent/kWh
Jahresnutzungsgrad –
Energieverluste –
Kosten der Verluste –
WÄRMEPUMPE & ENERGIE

Jahresarbeitszahl (JAZ)

Die Jahresarbeitszahl zeigt, wie viel Wärme eine Wärmepumpe über ein Jahr im Verhältnis zur eingesetzten elektrischen Energie bereitstellt.

Was bedeutet das?

Eine JAZ von 3,4 bedeutet beispielsweise: Aus 1 kWh eingesetztem Strom werden im Jahresdurchschnitt 3,4 kWh Wärme bereitgestellt. Anders als der COP betrachtet die JAZ nicht einen einzelnen Betriebspunkt, sondern den Betrieb über einen längeren Zeitraum.

Beispiel 85.000 kWh erzeugte Wärme ÷ 25.000 kWh Stromverbrauch = JAZ 3,4

Warum ist der Wert wichtig?

Die Jahresarbeitszahl hat direkten Einfluss auf den Stromverbrauch und damit auf die Betriebskosten einer Wärmepumpe. Für einen wirtschaftlichen Vergleich mit einer bestehenden Gas- oder Ölheizung ist deshalb nicht nur der Wärmebedarf des Gebäudes, sondern auch die erreichbare JAZ entscheidend.

Jahresarbeitszahl berechnen

Jahresarbeitszahl selbst berechnen

Geben Sie die von der Wärmepumpe bereitgestellte Wärmemenge und den dafür eingesetzten Stromverbrauch für denselben Zeitraum ein.

kWh
kWh
Jahresarbeitszahl –
Wärme aus 1 kWh Strom –
WÄRMEPUMPE & ENERGIE

COP – Leistungszahl der Wärmepumpe

Der COP (Coefficient of Performance) beschreibt die Effizienz einer Wärmepumpe unter bestimmten Betriebsbedingungen.

Was bedeutet das?

Ein COP von 4 bedeutet: Unter den angegebenen Prüfbedingungen stellt die Wärmepumpe mit 1 kWh eingesetzter elektrischer Energie 4 kWh Wärme bereit.

Beispiel COP 4,0 1 kWh Strom = 4 kWh Wärme

COP oder JAZ – wo liegt der Unterschied?

COP Momentaufnahme unter definierten Betriebs- und Prüfbedingungen.
JAZ Verhältnis von erzeugter Wärme zu eingesetztem Strom über einen längeren Zeitraum, typischerweise ein Jahr.

Warum ist der Wert wichtig?

Der COP ermöglicht einen ersten Vergleich von Wärmepumpen und Betriebsbedingungen. Für die tatsächlichen Stromkosten eines Gebäudes ist jedoch die über einen längeren Zeitraum erreichte Jahresarbeitszahl aussagekräftiger.

Merksatz: Ein hoher COP ist interessant. Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit im realen Betrieb ist aber die tatsächlich erreichte JAZ.
GEBÄUDETECHNIK & ENERGIE

Nennleistung

Die Nennleistung beschreibt die Leistung, die eine technische Anlage unter festgelegten Bedingungen dauerhaft bereitstellen kann. Angegeben wird sie beispielsweise in Kilowatt (kW).

Was bedeutet das?

Bei einer Heizungsanlage beschreibt die Nennleistung die Wärmeleistung, die der Wärmeerzeuger bereitstellen kann. Bei einer Kälteanlage entsprechend die bereitstellbare Kälteleistung.

Beispiel Heizkessel 1: 160 kW Heizkessel 2: 160 kW = 320 kW installierte Nennleistung

kW oder kWh?

kW = Leistung Beschreibt, wie viel Leistung eine Anlage zu einem bestimmten Zeitpunkt bereitstellen kann.
kWh = Energie Beschreibt, wie viel Energie über einen bestimmten Zeitraum erzeugt oder verbraucht wird.

Warum ist die Nennleistung wichtig?

Die Nennleistung ist nicht nur für die technische Auslegung relevant. Sie kann auch darüber entscheiden, welche gesetzlichen Anforderungen für ein Nichtwohngebäude gelten.

Beispiel Gebäudeautomation: Bei bestimmten Nichtwohngebäuden greifen gesetzliche Anforderungen an die Gebäudeautomation, wenn die Nennleistung der relevanten Heizungs-, kombinierten Heizungs- und Lüftungs- oder Klimaanlagen die gesetzlich festgelegte Leistungsgrenze überschreitet. Bei gemeinsam arbeitenden Erzeugern kann dafür die Summe der einzelnen Nennleistungen maßgeblich sein.
Merksatz: Nicht nur auf das Typenschild eines einzelnen Gerätes schauen. Bei mehreren gemeinsam arbeitenden Wärme- oder Kälteerzeugern kann die Summe der Nennleistungen entscheidend sein.
HEIZUNG & ENERGIE

Wärmebedarf

Der Wärmebedarf beschreibt, wie viel Wärme ein Gebäude innerhalb eines bestimmten Zeitraums benötigt. Üblicherweise wird der jährliche Wärmebedarf in Kilowattstunden (kWh) angegeben.

Was bedeutet das?

Der Wärmebedarf beschreibt eine Energiemenge. Er darf deshalb nicht mit der Heizleistung verwechselt werden. Die Heizleistung gibt in Kilowatt (kW) an, welche Leistung eine Heizungsanlage bereitstellen muss. Der Wärmebedarf beschreibt dagegen die über einen Zeitraum benötigte Wärmemenge in Kilowattstunden (kWh).

Heizleistung Wird in kW angegeben und beschreibt, welche Wärmeleistung zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigt oder bereitgestellt wird.
Wärmebedarf Wird in kWh angegeben und beschreibt die benötigte Wärmemenge über einen bestimmten Zeitraum.

Warum ist der Gasverbrauch nicht automatisch der Wärmebedarf?

Bei einer Gasheizung wird nicht die gesamte im Gas enthaltene Energie als nutzbare Wärme bereitgestellt. Deshalb muss bei einer Abschätzung aus dem Gasverbrauch auch der Jahresnutzungsgrad der bestehenden Heizungsanlage berücksichtigt werden.

Beispiel 100.000 kWh Gasverbrauch × 85 % Jahresnutzungsgrad = 85.000 kWh Nutzwärme

Warum ist der Wert wichtig?

Der Wärmebedarf ist eine wichtige Ausgangsgröße für den Vergleich verschiedener Heizsysteme. Soll beispielsweise der Strombedarf einer Wärmepumpe abgeschätzt werden, muss zunächst bekannt sein, welche Wärmemenge tatsächlich bereitgestellt werden soll.

Merksatz: kW beschreibt Leistung. kWh beschreibt Energie. Für den Vergleich der jährlichen Betriebskosten ist die benötigte Wärmemenge in kWh entscheidend.
HEIZUNG & ENERGIE

Heizlast

Die Heizlast beschreibt, welche Wärmeleistung ein Gebäude benötigt, damit die gewünschte Raumtemperatur auch bei niedrigen Außentemperaturen gehalten werden kann. Angegeben wird die Heizlast in Kilowatt (kW).

Was bedeutet das?

Über Außenwände, Fenster, Dach, Boden und Lüftung verliert ein Gebäude Wärme. Je niedriger die Außentemperatur ist, desto größer werden diese Wärmeverluste. Die Heizungsanlage muss ausreichend Leistung bereitstellen, um diese Verluste auszugleichen.

Einfaches Beispiel Gebäude benötigt am Auslegungspunkt 80 kW Wärmeleistung = Heizlast des Gebäudes: 80 kW

Heizlast oder Wärmebedarf?

Heizlast = kW Beschreibt die benötigte Wärmeleistung unter bestimmten Auslegungsbedingungen.
Wärmebedarf = kWh Beschreibt die benötigte Wärmemenge über einen Zeitraum, beispielsweise ein Jahr.

Wie wird die Heizlast ermittelt?

Für eine fachgerechte Auslegung wird die Heizlast nach einem normierten Verfahren ermittelt. Berücksichtigt werden unter anderem Wärmeverluste über die Gebäudehülle, Lüftungswärmeverluste, Raumtemperaturen und die für den Standort maßgebliche Außentemperatur.

Wichtig: Der bisherige Energieverbrauch allein ersetzt keine fachgerechte Heizlastberechnung. Zwei Gebäude mit ähnlichem Jahresverbrauch können unterschiedliche maximale Heizleistungen benötigen.

Warum ist die Heizlast bei einer Wärmepumpe wichtig?

Die Heizlast ist eine wichtige Grundlage für die Dimensionierung einer Wärmepumpe. Eine zu große oder zu kleine Anlage kann sich nachteilig auf Betrieb, Effizienz und Wirtschaftlichkeit auswirken.

1 Wärmebedarf und Gebäude verstehen
→
2 Heizlast ermitteln
→
3 Wärmeerzeuger dimensionieren
Merksatz: Der Wärmebedarf sagt, wie viel Wärme über einen Zeitraum benötigt wird. Die Heizlast sagt, welche Wärmeleistung die Heizungsanlage zu einem bestimmten Auslegungszeitpunkt bereitstellen muss.
FÖRDERUNG & INVESTITION

Förderfähige Kosten

Förderfähige Kosten sind die Kosten einer Investition, die im jeweiligen Förderprogramm für die Berechnung eines Zuschusses oder einer Förderung berücksichtigt werden dürfen.

Was bedeutet das?

Die gesamten Investitionskosten und die förderfähigen Kosten müssen nicht identisch sein. Welche Kosten berücksichtigt werden können, richtet sich nach dem jeweiligen Förderprogramm und dessen Förderbedingungen.

Vereinfachtes Beispiel Gesamte Investition: 100.000 € davon förderfähig: 80.000 € Fördersatz: 25 % = 20.000 € rechnerische Förderung

Investitionskosten oder förderfähige Kosten?

Investitionskosten Die gesamten Kosten, die für die geplante Investition anfallen.
Förderfähige Kosten Der Teil der Investitionskosten, der nach den Bedingungen des jeweiligen Förderprogramms berücksichtigt werden kann.

Warum ist diese Unterscheidung wichtig?

Der Fördersatz wird in der Regel nicht einfach auf die gesamte Auftragssumme angewendet. Entscheidend ist zunächst, welche Kosten tatsächlich förderfähig sind und ob möglicherweise Höchstgrenzen für die anrechenbaren Kosten gelten.

Grundprinzip förderfähige Kosten × Fördersatz = rechnerischer Förderbetrag

Netto oder brutto?

Auch die Umsatzsteuer kann für die Berechnung relevant sein. Bei vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmen werden grundsätzlich die Nettokosten betrachtet. Welche Kosten im konkreten Vorhaben angesetzt werden dürfen, ergibt sich aus den Bedingungen des jeweiligen Förderprogramms.

Wichtig: Ein Fördersatz von beispielsweise 25 % bedeutet nicht automatisch, dass 25 % der gesamten Investitionssumme erstattet werden. Zuerst müssen die tatsächlich förderfähigen Kosten bestimmt werden.
Merksatz: Gesamtkosten ≠ förderfähige Kosten. Erst die förderfähigen Kosten bilden die Grundlage für die Berechnung der möglichen Förderung.
FÖRDERUNG & INVESTITION

Fördersatz

Der Fördersatz beschreibt, welcher prozentuale Anteil der förderfähigen Kosten eines Vorhabens grundsätzlich als Förderung berücksichtigt werden kann.

Was bedeutet das?

Ein Fördersatz von 25 % bedeutet nicht automatisch, dass 25 % der gesamten Investitionskosten gefördert werden. Entscheidend ist, welcher Teil der Investition nach den Bedingungen des jeweiligen Förderprogramms tatsächlich förderfähig ist.

Vereinfachtes Beispiel Investitionskosten: 100.000 € davon förderfähig: 80.000 € Fördersatz: 25 % = 20.000 € rechnerischer Förderbetrag

Fördersatz und förderfähige Kosten gehören zusammen

Förderfähige Kosten × Fördersatz = rechnerischer Förderbetrag

Zusätzlich können Höchstbeträge, Förderobergrenzen, Boni oder weitere Programmbedingungen die tatsächliche Förderung beeinflussen.

Wichtig: Förderprogramme und Fördersätze können sich ändern. Für eine Investitionsentscheidung sollten deshalb immer die zum Zeitpunkt der Antragstellung geltenden Förderbedingungen geprüft werden.
Förderbetrag berechnen

Möglichen Förderbetrag berechnen

Geben Sie die förderfähigen Kosten und den angenommenen Fördersatz ein. Das Ergebnis ist eine rechnerische Orientierung und keine Förderzusage.

Euro
Prozent
Förderfähige Kosten –
Fördersatz –
Rechnerischer Förderbetrag –

Der errechnete Betrag berücksichtigt keine programmspezifischen Höchstgrenzen, Boni, Kumulierungsregeln oder sonstigen Fördervoraussetzungen.

Merksatz: Der Fördersatz allein sagt noch nicht, wie hoch die Förderung tatsächlich ausfällt. Entscheidend sind Fördersatz, förderfähige Kosten und die Bedingungen des jeweiligen Förderprogramms.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zu Wärmepumpen, Förderung und Wirtschaftlichkeit finden Sie auf unseren Themenseiten.