Energieeffizienz und Gebäudetechnik verständlich erklärt. Hier finden Sie wichtige Begriffe und Kennzahlen aus Energie, Gebäudetechnik und Förderung sowie praktische Rechner für eine erste Orientierung.
Jahresnutzungsgrad
Der Jahresnutzungsgrad zeigt, welcher Anteil der eingesetzten Energie über ein Jahr tatsächlich als nutzbare Wärme zur Verfügung steht.
Was bedeutet das?
Eine Gasheizung wandelt nicht die gesamte eingesetzte Energie in nutzbare Wärme um. Ein Teil geht beispielsweise durch Abgas-, Bereitschafts- und Betriebsverluste verloren. Der Jahresnutzungsgrad betrachtet diese Effizienz über einen längeren Zeitraum.
Warum ist der Wert wichtig?
Der Gasverbrauch eines Gebäudes entspricht nicht automatisch seinem Wärmebedarf. Wer beispielsweise eine bestehende Gasheizung mit einer Wärmepumpe vergleichen möchte, sollte diesen Unterschied berücksichtigen.
Jahresnutzungsgrad selbst berechnen
Für eine belastbare Berechnung benötigen Sie den Gasverbrauch und die gemessene Nutzwärme für denselben Zeitraum. Die Nutzwärme kann beispielsweise über einen Wärmemengenzähler erfasst werden.
Jahresarbeitszahl (JAZ)
Die Jahresarbeitszahl zeigt, wie viel Wärme eine Wärmepumpe über ein Jahr im Verhältnis zur eingesetzten elektrischen Energie bereitstellt.
Was bedeutet das?
Eine JAZ von 3,4 bedeutet beispielsweise: Aus 1 kWh eingesetztem Strom werden im Jahresdurchschnitt 3,4 kWh Wärme bereitgestellt. Anders als der COP betrachtet die JAZ nicht einen einzelnen Betriebspunkt, sondern den Betrieb über einen längeren Zeitraum.
Warum ist der Wert wichtig?
Die Jahresarbeitszahl hat direkten Einfluss auf den Stromverbrauch und damit auf die Betriebskosten einer Wärmepumpe. Für einen wirtschaftlichen Vergleich mit einer bestehenden Gas- oder Ölheizung ist deshalb nicht nur der Wärmebedarf des Gebäudes, sondern auch die erreichbare JAZ entscheidend.
Jahresarbeitszahl berechnen
Jahresarbeitszahl selbst berechnen
Geben Sie die von der Wärmepumpe bereitgestellte Wärmemenge und den dafür eingesetzten Stromverbrauch für denselben Zeitraum ein.
COP – Leistungszahl der Wärmepumpe
Der COP (Coefficient of Performance) beschreibt die Effizienz einer Wärmepumpe unter bestimmten Betriebsbedingungen.
Was bedeutet das?
Ein COP von 4 bedeutet: Unter den angegebenen Prüfbedingungen stellt die Wärmepumpe mit 1 kWh eingesetzter elektrischer Energie 4 kWh Wärme bereit.
COP oder JAZ – wo liegt der Unterschied?
Warum ist der Wert wichtig?
Der COP ermöglicht einen ersten Vergleich von Wärmepumpen und Betriebsbedingungen. Für die tatsächlichen Stromkosten eines Gebäudes ist jedoch die über einen längeren Zeitraum erreichte Jahresarbeitszahl aussagekräftiger.
Nennleistung
Die Nennleistung beschreibt die Leistung, die eine technische Anlage unter festgelegten Bedingungen dauerhaft bereitstellen kann. Angegeben wird sie beispielsweise in Kilowatt (kW).
Was bedeutet das?
Bei einer Heizungsanlage beschreibt die Nennleistung die Wärmeleistung, die der Wärmeerzeuger bereitstellen kann. Bei einer Kälteanlage entsprechend die bereitstellbare Kälteleistung.
kW oder kWh?
Warum ist die Nennleistung wichtig?
Die Nennleistung ist nicht nur für die technische Auslegung relevant. Sie kann auch darüber entscheiden, welche gesetzlichen Anforderungen für ein Nichtwohngebäude gelten.
Wärmebedarf
Der Wärmebedarf beschreibt, wie viel Wärme ein Gebäude innerhalb eines bestimmten Zeitraums benötigt. Üblicherweise wird der jährliche Wärmebedarf in Kilowattstunden (kWh) angegeben.
Was bedeutet das?
Der Wärmebedarf beschreibt eine Energiemenge. Er darf deshalb nicht mit der Heizleistung verwechselt werden. Die Heizleistung gibt in Kilowatt (kW) an, welche Leistung eine Heizungsanlage bereitstellen muss. Der Wärmebedarf beschreibt dagegen die über einen Zeitraum benötigte Wärmemenge in Kilowattstunden (kWh).
Warum ist der Gasverbrauch nicht automatisch der Wärmebedarf?
Bei einer Gasheizung wird nicht die gesamte im Gas enthaltene Energie als nutzbare Wärme bereitgestellt. Deshalb muss bei einer Abschätzung aus dem Gasverbrauch auch der Jahresnutzungsgrad der bestehenden Heizungsanlage berücksichtigt werden.
Warum ist der Wert wichtig?
Der Wärmebedarf ist eine wichtige Ausgangsgröße für den Vergleich verschiedener Heizsysteme. Soll beispielsweise der Strombedarf einer Wärmepumpe abgeschätzt werden, muss zunächst bekannt sein, welche Wärmemenge tatsächlich bereitgestellt werden soll.
Heizlast
Die Heizlast beschreibt, welche Wärmeleistung ein Gebäude benötigt, damit die gewünschte Raumtemperatur auch bei niedrigen Außentemperaturen gehalten werden kann. Angegeben wird die Heizlast in Kilowatt (kW).
Was bedeutet das?
Über Außenwände, Fenster, Dach, Boden und Lüftung verliert ein Gebäude Wärme. Je niedriger die Außentemperatur ist, desto größer werden diese Wärmeverluste. Die Heizungsanlage muss ausreichend Leistung bereitstellen, um diese Verluste auszugleichen.
Heizlast oder Wärmebedarf?
Wie wird die Heizlast ermittelt?
Für eine fachgerechte Auslegung wird die Heizlast nach einem normierten Verfahren ermittelt. Berücksichtigt werden unter anderem Wärmeverluste über die Gebäudehülle, Lüftungswärmeverluste, Raumtemperaturen und die für den Standort maßgebliche Außentemperatur.
Warum ist die Heizlast bei einer Wärmepumpe wichtig?
Die Heizlast ist eine wichtige Grundlage für die Dimensionierung einer Wärmepumpe. Eine zu große oder zu kleine Anlage kann sich nachteilig auf Betrieb, Effizienz und Wirtschaftlichkeit auswirken.
Förderfähige Kosten
Förderfähige Kosten sind die Kosten einer Investition, die im jeweiligen Förderprogramm für die Berechnung eines Zuschusses oder einer Förderung berücksichtigt werden dürfen.
Was bedeutet das?
Die gesamten Investitionskosten und die förderfähigen Kosten müssen nicht identisch sein. Welche Kosten berücksichtigt werden können, richtet sich nach dem jeweiligen Förderprogramm und dessen Förderbedingungen.
Investitionskosten oder förderfähige Kosten?
Warum ist diese Unterscheidung wichtig?
Der Fördersatz wird in der Regel nicht einfach auf die gesamte Auftragssumme angewendet. Entscheidend ist zunächst, welche Kosten tatsächlich förderfähig sind und ob möglicherweise Höchstgrenzen für die anrechenbaren Kosten gelten.
Netto oder brutto?
Auch die Umsatzsteuer kann für die Berechnung relevant sein. Bei vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmen werden grundsätzlich die Nettokosten betrachtet. Welche Kosten im konkreten Vorhaben angesetzt werden dürfen, ergibt sich aus den Bedingungen des jeweiligen Förderprogramms.
Fördersatz
Der Fördersatz beschreibt, welcher prozentuale Anteil der förderfähigen Kosten eines Vorhabens grundsätzlich als Förderung berücksichtigt werden kann.
Was bedeutet das?
Ein Fördersatz von 25 % bedeutet nicht automatisch, dass 25 % der gesamten Investitionskosten gefördert werden. Entscheidend ist, welcher Teil der Investition nach den Bedingungen des jeweiligen Förderprogramms tatsächlich förderfähig ist.
Fördersatz und förderfähige Kosten gehören zusammen
Zusätzlich können Höchstbeträge, Förderobergrenzen, Boni oder weitere Programmbedingungen die tatsächliche Förderung beeinflussen.
Förderbetrag berechnen
Möglichen Förderbetrag berechnen
Geben Sie die förderfähigen Kosten und den angenommenen Fördersatz ein. Das Ergebnis ist eine rechnerische Orientierung und keine Förderzusage.
Der errechnete Betrag berücksichtigt keine programmspezifischen Höchstgrenzen, Boni, Kumulierungsregeln oder sonstigen Fördervoraussetzungen.
Weiterführende Informationen
Weitere Informationen zu Wärmepumpen, Förderung und Wirtschaftlichkeit finden Sie auf unseren Themenseiten.
